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Bürgerstolz und Weinkultur beim Ausflug des Liederkranz
Früh um 7.15 Uhr startete der Ausflug wie immer in Oberhöfen. Im Fünfminutentakt wurde eingesammelt und alle waren pünktlich zur Stelle. Der Parkplatz für das Sektfrühstück in Stockach war nicht gerade einladend aber trotzdem schmeckte der Sekt, der von Christa Hirschle spendiert worden war, und die Brezeln sowie das Selbstgebackene von Irmgard hervorragend.
Am Hohentwiel wurden wir von Moni Grope erwartet. Nach kurzer Information im Museumsbereich, ging es auf dem Rundweg vorbei am höchstgelegenen Weinbaugebiet Deutschlands, und dem Hohentwieler Riesling sollten wir am Abend noch leibhaftig begegnen. Auf 686 m liegt die imposanten Ruine, die die einstige Größe erahnen lies. Leider war es etwas diesig aber unser nächstes Reiseziel, der Bodensee war zu sehen.
Zurück vom Berg dankte der LKW Moni und ihren Begleitern mit dem Ständchen "Wir wandern heut ins Schwabenland" und einem Kalender mit Impressionen von Warthausen. Dass wir auf badischen Boden waren tat dem Ständchen keinen Abbruch und Moni revanchierte sich mit einer Schale Süßigkeiten.
Als ehemaliger Meersburger hatte sich Bürgermeister Fark bei der letzten Jahreshauptversammlung angeboten eine Stadtführung zu machen und er war dann auch pünktlich in Meersburg zur Stelle. Der Zuckerhaushalt wurde im alten Schloss mit Kaffee und Kuchen wieder aufgefrischt und der Bürgermeister gab die ersten Erklärungen zur Stadt, den 101 Bürgern und dem Thema der Stadtführung "Bürgerstolz".
Obwohl es in der Stadt von Touristen nur so wimmelte, zeigte uns Fark z.B. am Karl-Moll-Platz ruhige Plätze und herrliche Aussichten auf die Stadt und den See. Vorbei am Schnabelgiere-Brunnen, der mit seinen Figuren an die Pestzeit erinnert, ging es zu einem weiteren historischen Punkt der Stadt, der ehemaligen Kuhmiste vor den eindrucksvollen Fachwerkgebäuden, die ehemals Kuhställe waren.
Vorbei am Bärenbrunnen durchs Unterstadttor mit vollbesetzten Straßencafes, öffnete Fark uns wieder einen Ort der Stille und Besinnlichkeit, die Unterstadtkirche. Hier konnte das wertvollste Kunstwerk der Stadt Meersburg bestaunt werden: Der Verkündigungsaltar aus dem 15. Jahrhundert, der in einem Fenster die älteste bekannte Darstellung von Meerburg zeigt. Der rechte Ort zum Innehalten und dort sangen wir dann "Gott ist die Liebe" und "Mögen sich die Wege".
Vorbei an der Schlossmühle mit den noch funktionierenden hölzernen Wasserrad, ging es wieder hoch an den Ausgangspunkt der Führung. Vor dem Eingang zum neuen Schloss erklärte Fark den Bezug des Denkmals von Annette von Droste-Hülshoff mit Meersburg und die deutsche Gesinnung des Josef von Lassberg der die Nibelungenhandschrift vor dem Zugriff der Briten gerettet hat.
Auf der Schlossterasse des neuen Schlosses erklärte Fark die Schwierigkeiten während der Bauphase und dass schließlich Balthasar Naumann aus Würzburg die Bauleitung übernommen hätte. Die Schlosskirche bildete den Abschluss der Stadtführung, denn dann ging es auf dem Hagnauer Höhenweg durch die Weinberge zur Kriegsgräberstätte Lerchenberg.
Nun war es aber auch höchste Zeit, denn der Magen knurrte schon und der letzt Marsch führte am historischen Rebwächterturm vorbei zum Weingut Haltnau.
Im Festzelt wurden wir vom Inhaber Werner Endres zum zweiten Teil, der Weinkultur, begrüßt. Nach der Vorspeise mit Bodenseefelchen oder Kässpätzle, gab es eine außergewöhnliche Weinprobe. Es sei keine Verkaufsveranstaltung betonte der Gastgeber und es wurde eine unterhaltsame Präsentation der Bodenseeweine. Der Hohentwieler Riesling und andere feine Weine wurde kredenzt und zu allen hatte Werner Endres eine Geschichte parat. Nach der Weinprobe gab es noch ein deftiges Winzervesper und schließlich spielte Arnold Fiorini auf dem Akkordeon auf und die Liederkränzler sangen kräftig mit.
Mit einem Dank an Bürgermeister Fark, an dessen Vater für den Fahrdienst, an Werner Endres für die Weinprobe und an Irmgard Weiler für die Organisation des Ausfluges, beendete der Vorsitzende Siegmar Schmidt den Weinkulturabend.

