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Konzertvorbereitung im Kloster in Obermarchtal
Die Leitung von Chorisma hatte für die Vorbereitung des Konzertes „Bicycle Race“ das Kloster Marchtal für ein Probenwochenende ausgesucht. Eigentlich erstaunlich, denn es herrschte ehedem ein frauenfeindliches Bild in Marchtal vor wie in einer Anordnung von Probst Konrad nachzulesen ist:
"In Betrachtung, dass die Bosheit des weiblichen Geschlechts alle Bosheit in der Welt übersteigt, daß kein Zorn den Zorn einer Weibsperson übertrifft, wie auch, daß das Gift der Schlangen und Drachen unschädlicher und leichter zu heilen sei als Vertraulichkeit mit dem anderen Geschlechte, haben wir, Konrad, Probst zu Marchtal, nach gemeinschaftlicher Berathung und mit Einwilligung des Convents zum Heile der Seele, des Leibes und des Hauswesens beschlossen, in Zukunft zur Vermehrung unseres Verderbens keine Ordensschwester mehr aufzunehmen, sondern wollen sie als vergiftete Thiere meiden." In Marchtal folgte darauf der allmähliche Niedergang des Frauenklosters, das nur wenige Jahre später nicht mehr existierte.
Die Zeiten haben sich geändert und Frauen sind inzwischen wieder gern gesehen dort. Das Kloster war ein idealer Ort für die Proben, das Essen war vorzüglich, die Probenräume gut nur der Trinkraum war etwas klein.
Am Freitag, 11. September 2009, traf man sich um 17 Uhr am Kloster Marchtal. Alle Männer und fast alle Frauen hatten die Möglichkeit zur diesem Probenwochenende wahrgenommen. Schnell wurden die Zimmer bezogen und dann erst einmal gestärkt. Ein vielfältiges Abendessen mit warmen Gerichten und kaltem Buffet bildeten die rechte Grundlage für die nächsten Stunden. Bärbel Sigg hatte sich auch schon eingefunden und so ging es nach einem gemeinschaftlichen Einsingen gleich in die Registerproben, wobei vornehmlich die Queen-Stücke im Fokus standen, zumindest bei den Männern.
Gegen 22 Uhr gab es dann noch einen interessanten Film über den Austausch eines Liederkranzes mit einer Rocker-Gruppe. Der Durst wurde immer größer aber es musste erst noch ein musikalisches Spiel mit verschiedenen Variationen um „Ich war noch niemals in New York“ durchgesungen werden. Die Stimmbänder waren dem Vertrocknen nahe, als es endlich in die Trinkkammer ging. Der Bodenseewein ging schnell zu Ende aber es gab ja Allerhand anderes zumal irgendwo eine geheime Bar geöffnet hatte.
Bea und Elli sorgten für schallendes Gelächter bei
ihrem gespielten Streit um das Fenster bei Bahnfahrt nach Ulm. Schaffner Ehrenfried
entschärfte die Lage in dem er vorschlug das Fenster erst zu öffnen bis
die eine erfroren ist und dann zu schließen, damit die andere erstickt.
Die Chorleiter
mussten sich im Musik-Memory messen und dabei machte Simon keinen Stich
gegen Bärbel (oder lies er Sie gewinnen?). Schließlich wurden die
Kreissparkassensingbücher ausgepackt und dann wurden alle Schlager
abgesungen. Erstaunlich wie viele Gitaristen unter den Chorisma-Sängern
sind: Klaus, Ehrenfried und Regina gaben je eine Vorstellung ihres
Repertoires.
Irgendwann hatte dann noch eine Cocktailbar geöffnet (ganz im Geheimen)
und schließlich gab es noch lecker Leberwurstbrote.
Irgendwann war dann aber Schluss, denn bereits um 8 Uhr gab es Frühstück, das aber auch noch fünf Minuten vor Neun serviert wurde. Dann hieß zunächst wieder in die Register zu gehen, was manchem und mancher nach der Nacht doch etwas schwer fiel.
Das Mittagessen mit der Spargelcremesuppe und der Auswahl aus drei Hauptgerichten war wieder vorzüglich. Manche nutzten die kurze Pause für ein Abliegen in der Sonne. Die Vorstandschaft hielt noch kurzen Kriegsrat um die Konzertvorbereitungen und dann ging es an das gemeinsame Üben. Leider versagte Martins Aufnahmegerät, so dass bis zum Konzert ohne selbst gesungene CD geübt werden muss. Aber die Fortschritte nach dem Probenwochenende waren recht ordentlich und der Chorleiter zuversichtlich, so dass es bis zum Konzert wohl klappen wird.
Zum Abschluss gab es noch Kaffee und Kuchen ehe man sich auf dem Heimweg machte.

