Skip to main content

Liederkranz Warthausen

An/Abmelden

Registrierung ist nur über den Administrator möglich

2009 Uganda

Gorillas im Nebel

Bilder von Uganda 2009

6.11.2009 Anreise über Addis Abeba

Nachdem ich meine liebe Frau überzeugen konnte, dass ich nicht mehr gewillt war einen zweiten Rucksack mit unnötigen Reiseutensilien mitzunehmen, gelang es auch ihr, den Schlafsack und die Liegematte neben all dem anderen Krimskrams in einer Reisetasche unterzubringen. Um 17.20 Uhr starteten wir am Bahnhof Biberach und dank reservierter Plätze klappte die Zugfahrt nach Frankfurt problemlos. Am Schalter von Äthiopian-Airlines dann der erste Schock - eine riesige Schlange, keine Mamba sondern Menschen, warteten bereits am Gepäckschalter. Macht aber nichts, denn schließlich hatten wir Urlaub. Mit einer halben Stunde Verspätung ging es dann in die Boing 767-300. Enge Bestuhlung, ein Videoprogramm das keines war und ein schlechter Service. Nachts um ein Uhr gab es Abendessen und die bereits Schlafenden wurden intensiv geweckt um die Leckerbissen nicht zu versäumen. Dafür gab es bereits um vier Uhr Frühstück aber wegen der Zeitumstellung war es ja bereit sechs Uhr und somit Zeit zum Aufstehen. Im Flughafen von Addis Abeba warteten wir dann zwei Stunden ehe es weiter ging. Wir hatten die letzte Sitzbank, im wahrsten Sinne des Wortes, denn als Gerlinde sich setzte klappte die ganze Bank hoch und es musste erst ein Techniker kommen und die Bank festschrauben.


7.11.2009 Ankunft in Entebbe

Der Entebbe-International-Airport ist eigentlich nur wegen der Entführung einer israelischen Maschine im Jahr 1976 bekannt, ja was soll man auch in Entebbe? Die Einreise verlief problemlos; 40 € für das Visum berappt und schon waren wir durch. Die Wigwamreisenden hatten sich am Ausgang gefunden aber es war kein Abholer vor Ort weil normalerweise die Flüge immer mehr Verspätung hätten. Schließlich kam Fred, unser Reiseführer, und wir wurden in die Entebbe-Lodge gebracht. Ein herrlicher Ort und mit seiner Vielfalt an Tieren und Pflanzen gleich die rechte Einstimmung. Bei einem tollen Grill abend lernte man die bereits Anwesenden Teilnehmer kennen.

8.11.2009 Schuhschnabel und Insel Nsazi

Nachdem wir Geld getauscht hatten und nun Shillingmillionäre waren (2800 Uganda-Shilling = 1 €), ging es an den Victoriasee. Das Verdeck des Bootes wollte zunächst nicht halten aber mit schnell hergestellten Gummischnüren klappte das nach einer halben Stunde und nachdem das Boot beladen war ging es auf See. Der Victoriasee ist unglaublich groß aber nach 2 Stunden waren die Inseln in Sicht. Nachdem wir auf kleinere Einbäume umgestiegen waren konnten wir zum ersten Mal den Vogelreichtum erleben. Wunderschöne Seerosen, Wasserhyazinthen und zwischendrin kleine Orchideen und die vielen Vögel waren ein Genuss und letztlich haben wir tatsächlich einen Schuhschnabel gesehen. Das erste Highlight war dieser Urvogel. Anschließend hieß es das erste Mal Zelt aufbauen auf der Insel Nsazi. Ja und auch gleich das rechte Feeling mit der Buschdusche und der Toilette die aus einem Loch in einer stinkenden Blechhütte bestand.


9.11.2009 Schimpansen auf Ngamba Island

Nach einer Nacht mit 140 dB Froschgequake, vornehmlich von Glöcklifröschen und Fischern, die meinten sie könnten mit ihrem Geschrei die Fische erlegen, fing um 5 Uhr ein Hahn an zu schreien und das Tropfen des Regens auf dem Zeltdach lud auch nicht mehr zum Schlafen ein. Das Frühstück gab es unter einem windschiefen Wellblechverschlag aber das war wohl der Test ob wir alle tauglich für die zukünftigen Abenteuer sind. Bei Regen und rabenschwarzen Wolken schipperten wir auf die Schimpanseninsel. Wegen der Schweinegrippe mußten wir uns mit Mundschutz verkleiden um der Fütterung der Schimpansen zuzusehen. Erstaunlicherweise waren einige Gäste weniger ansteckend und mussten keinen Mundschutz tragen. Zurück auf der Insel machten wir eine Wanderung über die Insel wobei Fred alle Pflanzen erklärte. Von den Schulkindern wurden wir mit Singen begeistert empfangen. Anschließend führte uns Fred durch das Fischerdorf. Beeindruckend und erschreckend die Schilderung von Fred über die Aidsprobleme der Inselbewohner Da sitzt man am drittgrößten See der Welt und kann wegen Bilharziose das Badeangebot nicht nutzen.


10.11.2009 Jinja

Auf einem spiegelglatten Victoriasee ging es zurück nach Entebbe und von dort aus mit dem Bus über Kampala nach Jinja. Im King-Fisher hatten wir einen herrlichen Campingplatz und ich wollte gleich die dortigen Duschen nutzen. Zum Einseifen reichte es noch aber dann war das Wasser aus. Zum Glück gab es dort einen Pool. Zum Abendessen gab es großartigen Fisch und für mich einen super Fleischspieß mit Kartoffelpuffer. Im Zelt angekommen bemerkte ich, das mein Geldbeutel fehlte aber zum Glück fand ich ihn im Restaurant unter dem Stuhl wieder (wehe wehe wenn ich auf das Ende sehe) und darauf gab es noch ein NILE special (ein wirklich sehr gutes Bier).


11.11.2009 Kein Musungu-Food

Ein herrlicher Tag. Mit dem Jeep ging es an den Nil in ein Dorf wo uns Augustus durch die Felder führte und alle Pflanzen und deren Heilwirkung erklärte. Wir erlebten die Einheimischen bei der Arbeit in ihrer ärmlichen Umgebung und sahen wie Vanille von Hand bestäubt wird. Beim Schulbesuch wurden wir wieder begeistert empfangen und besungen. Fred hatte uns am Vorabend schon gewarnt, dass die Schüler auch einen Liedbeitrag von uns erwarteten und so hatten wir "Ein kleiner Blumenstrauß mit Tönen" vorbereitet und auch leidlich vorgetragen. Zum Mittagessen gab es einheimische Küche: Kochbananen, Süßkartoffeln, Manjok, Bohen, Kraut, Maispapp und Chilischoten. Zum Nachtisch gab es Jack-Fruit, Zuckerrohr und Schnaps davon. Zurück in Jinja ging es mit dem Fahrradtaxi an den Nil. Tolle Vögel, ein riesiger Nilwaran, das Grab von Mahatma Ghandi und die Nilquellen gab es zu sehen.

12.11.2009 Lake MBuro

Wieder über Kampala, wo wir unseren letzten Mitreisenden, den Nik aufgenommen hatten, ging es an den Lakembourg, wie die Einheimischen in sich hineinnuscheln. Bereits vor dem Eingang zum Nationalpark sahen wir die ersten Zebras, Langhornrinder und Uganda-Kobs. Auf dem Campingplatz grasten riesige Warzenschweine und Fred machte uns Angst, dass bei Nacht die Flusspferde an Land kämen. Komischerweise schmeckte mir das Bier nicht mehr und war meine Liegematte noch undicht und ich musste für den Rest der Reise auf dem Boden schlafen.

13.11.2009 Die hohen Berge

Eine Tagesfahrt über Kabale (ohne Liebe) führte uns in den Mgahinga Nationalpark ganz im Südwesten von Uganda. Die Vulkanberge Muhabura (der Lotse), Gahinga (Steinhaufen) und den Sabiyingo (drei Zähne) gehören zu den Virungabergen. Ich hatte Magenschmerzen und konnte kein Bier trinken aber es sollte noch schlimmer kommen. Erstmals in meinem Leben habe ich Roibuschtee mit Kamille getrunken.

14.11.2009 Golden monkeys

Die Jugendgruppe hatte sich für die Besteigung des 4127 m hohen Mahabura entschieden. Eine Strapaze und zuviel für eine Tagestour und so mussten alle vor dem Gipfel kapitulieren. Ich hatte inzwischen solche Magenschmerzen und Durchfall, dass ich daran nicht denken konnte und mich der Seniorengruppe mit dem Besuch der golden monkeys anschloss. Das war eine schöne Wanderung durch den Bambuswald, an der Grenze zum Kongo. Und schließlich hatten wir das Glück ein paar der goldig-braunen Affen zu sehen.Abends gab es eine Tanz und Musikeinlage des örtlichen Liederkranzes.

15.11.2009 Schüttelfahrt

10 Stunden lang ging es auf elenden Straßen durch schöne Berge die aber irgendwann keinen mehr interessierten. Gegen Abend sind wir dann endlich im Bwindi Impenetrable National Park angekommen. Der Campingplatz war wieder mehr schief als eben und es war nicht einfach ein Plätzchen zu finden und gerade zum Zeltaufbau hat es angefangen zu pissen. Zum Abendessen gab es lecker Spaghetti und das erste Bier hat mir wieder geschmeckt.

16.11.2009 Der Tag der Tage - Die Gorillas

Sonnenschein schon beim Aufstehen. Nach dem Frühstücken ging es zum Visitorcenter. Dort gab es erst mal einen schlechten Film und Erklärungen über die Gorillas, dann wurden wir auf verschiedene Gruppen verteilt. Gerlinde und ich hatten das Glück, dass Jason die Wandermöglichkeiten von Gerlinde richtig einschätzte und so sind wir in die Gruppe mit dem nächsten Ziel gekommen. Trotzdem war der Weg durch den Dschungel beschwerlich und Bwindi (der Undurchdringliche) machte seinem Namen alle Ehre. Wir mussten mehrmals umkehren und letztlich mussten die Guides einen Damm über den Fluss bauen aber nach 1,5 h hatten wir unser Ziel erreicht. Gerlinde hatte die schwarzen Gesellen als erste entdeckt und dann mussten die Rucksäcke und Wanderstöcke abegegeben werden und die Kameras bereit gemacht werden. Die Guides schlugen mit ihren Macheten eine Schneise, so dass die Gorillas wie auf einer Bühne präsent waren. Unglaublich wie friedlich sich die wilden Tiere gaben. Die Zuschauer interessierten sie nicht im Geringsten und wir genossen eine Stunde lang das unglaubliche Erlebnis die Gorillas aus nächster Nähe zu beobachten. Leider war der Silberrücken unserer Gruppe ein fauler Sack und hielt sich sehr im Hintergrund aber der Rest der Gruppe und insbesondere die Jungtiere waren einfach phantastisch. Genau nach 60 min hieß es aber Schluss und wir machten uns auf den Weg zurück. Bei herrlichstem Sonnenschein und voller Begeisterung kamen wir als erste im Campingplatz zurück und konnten ausgiebig duschen, alles trocknen und dann im Dorf einen Kaffee trinken. Am Nachmittag gab es im Waisenhaus noch eine Tanz- und Gesangvorführung und wir kauften den Kindern einen geschnitzten Gorilla ab. Zum Abendessen gab es Papp in großen Töpfen, wobei mir Margrit weiß machte, dass es Herdäpfelstock sei und ich besonders viel auflud und dann war es Kochbanane.

17.11.2009 Baumlöwen von Isasha

Weiter ging die Reise in den südlichen Queen-Elisabeth-Nationalpark, wo wir einen schönen Campinglatz hatten. Gleich nach der Einfahrt in den Park hatten wir zwei Baumlöwen gesehen und Herden von Uganda-Kobs und am Abend einen einsamen Elefanten.

18.11.2009 Die Perle Afrikas

Früh am Morgen ging es auf Pirschfahrt aber der Nationalpark war wie ausgestorben. Das nächste Quartier hatten wir dann in der King-Fisher-Lodge und den Ausblick den wir von dort hatten war unbeschreiblich. Der ostafrikanische Graben mit seiner Savannenlandschaft in allen Grüntönen, ein Blick so weit, dass man die Erdkrümmung sehen konnte, einfach grandios. Dazu ein kaltes Nil und dann im Liegestuhl liegen - das ist Afrika. Am späten Nachmittag machten wir noch einen Gamedrive wo es wieder fast nichts zu sehen gab außer einer riesigen Kobra oder war es eine schwarze Mamba? Beim Abendessen gab es dann noch richtig Zoff, da zwei Gruppenmitglieder sich nicht richtig eingeteilt fühlten für das Schimpansentrekking und sie sich bei Fred schriftlich beschwert hatten. Über die Diskussion gab des schließlich lautstarke Differenzen zwischen Österreich und Schweiz.

19.11.2009 Schimpansentrekking und Kazingakanal

Die erste Gruppe suchte und fand die Schimpansen in der Kyambura-Schlucht. Wolken standen über dem Canyon und die Luft war so feucht, dass die Kameraobjektive ständig anliefen. Aber die scheuen Tiere waren auch so kaum zu fotografieren da sie in den Gipfeln der Bäume umherturnten. Am Mittag ging es zu einer Bootsfahrt auf den Kazinga-Kanal. Der Kanal verbindet den Lake Eduard mit dem Lake George und ist ein riesiges Vogelreservat, daneben gab es Flusspferde und Krokodile zu sehen. Das Abendessen mußte früh am Tag aus einer umfangreichen Karte bestellt werden aber die Schweinemedaillons für Gerlinde waren gerade ausgegangen, dafür gab es zum Nachtisch gegrillte Heuschrecken.

20.11.2009 Tee in Uganda

10 km auf guter Straße kreuzten wir den Äqautor um dann auf Backroads und Nebenstraßen durch authentische ländliche Gebiete Ugandas zu kurven. So steht es in den Reiseunterlagen, es war eine Tortur wieder einen Tag lang über Schlaglöcher. Am Abend kamen wir am Campingplatz in den Teefeldern an. Bei einer Wanderung durch die Teeplantagen kamen wir zu ein paar Hütten wo gerade Heuschrecken hergerichtet wurden, in dem die Flügel und Beine ausgerissen wurden. Im Herrensalon des Campingplatzes hatte die Philosophierrunde dann noch einige Nils vertilgt.

21.11.2009 Fahrt ohne Ende

Wieder ging es einen Tag land durch authentische Gebiete, d.h. einen Tag Fahrt für ein paar Kilometer. Beim Mittagessen an unserem Küchenwagen wurden wir von den Einheimischen begafft, so wir sonst die Gaffer waren. Am Abend kamen wir dann an einem schönen Campingplatz am Lake Albert an.

22.11.2009 Lake Albert

Früh morgens ging es zu einer Fusspirsch aber ohne mich, denn ich wollte endlich mal ausschlafen, denn heute sollte ein Tag zum Relaxen sein. In der Lodge sollte der Pool genossen werden aber leider war die Umwälzpumpe kaputt und das Wasser schon recht dick. So nutzten wir die Liegestühle und das kalte Bier in der Lodge. Witzig waren die Mistkäfer wie sie die großen Mistkugeln formten und dann erbittert darum stritten. Es gab noch eine Nachtpirsch bei der außer einer Schildkröte, ein paar Wildschweinen und Uganda-Kobs keine wilden Tiere gesehen wurden.

23.11.2009 Bush-Camp am Nil

Vor der Einfahrt in den Murchison Nationalpark ging es durch ein Tsetse-Fliegengebiet, deshalb mussten die Fenster geschlossen blieben und trotzdem schafften es ein paar der Stecher in das Auto. Mit der Fähre setzten wir über den Nil. Zunächst war außer schönen Palmen kaum Tiere zu sehen aber dann kamen die Giraffen. Geballte Eleganz und man wußte gar nicht wohin zuerst schauen. Die Zelte wurden im Halbkreis um das Lagerfeuer aufgebaut und der Spaten mit Klorolle für die wichtigen Geschäfte bereit gestellt. Bei einem Sonnenuntergang hinter den blauen Bergen des Kongo ließen wir uns das Nil am Nil schmecken.

24.11.2009 Löwen und Giraffen

Kaum waren wir zur Frühpirsch aufgebrochen sahen wir eine Löwenfamilie, 500 m von unserem Lager entfernt. Und wieder jede Menge Giraffen und riesiege Büffelherden und Kuhantilopen und und und so dass man sich gar nicht satt sehen konnte. Mit der Fähre ging es wieder zurück und im Hot-Chilli-Pepper hatten wir ein deftiges Mittagessen geordert. Am Nachmittag gab es dann den letzten Höhepunkt auf der Nilfahrt zu den Murchison-Falls. Nilpferde ohne Ende, Flussbüffel und Elefanten präsentierten sich am Ufer des Nils. Ein Fischer hatte einen riesigen Nilbarsch an der Angel und posierte gerne mit dem Fang. Vorbei an Hemmingway's Absturzstelle erklommen wir die Murchison Falls und bauten zum letzten Mal unsere Zelte auf. Gerlinde und ich waren die Ersten unter der Tropfdusche. Dann gab es zum letzten Mal den Stärkepapp, den ich nicht mehr herunterbringen konnte. Der Philosophierclub diskutierte zum letzten Mal über Gott und die Welt bei Nil am Nil.

25.11.2009 Haven-Lodge

Zur letzten Tagesfahrt in Richtung Jinja stiegen wir gerne ein, denn es erwartete uns zum Abschluss noch einmal ein Lodgeaufenthalt. Beim letzten Blick auf den Nil genossen wir das Abendessen und die letzten Nilbiere. Fred, Jason, Paul und Peter erhielten ein Trinkgeld. Am nächsten Tag ging es zum Flugplatz nach Entebbe wobei Alfred eine riesige Jackfrucht als Souvenier kaufte. Es war hektisch beim Einchecken und Gerlinde ließ auf der Toilette ihren Geldbeutel liegen. Sie hat ihn wieder gefunden, allerdings ohne Bargeld. Der Flug und Service mit Äthiopian-Airlines verlief ähnlich spektakulär wie die Anreise. Kein Videoprogramm, dafür zweimal ein defekter Klapptisch.

  • Aufrufe: 3441